Was ist Anlegerschutz?

Jede gute Anlageberatung ist Anlegerschutz. Schutz vor falschen Entscheidungen. Schutz vor den Tricks und Verschleierungen unseriöser Anbieter und Vermittler. Ein qualifizierter Berater trennt die Spreu vom Weizen. Identifiziert realistische Chancen und klärt über Risiken auf. Er muss den Angeboten auf den Grund gehen und die Hintergründe verstehen. Liegt einem Berater, der seine Arbeit sorgfältig macht, ein unseriöses Angebot vor, so sollte er es erkennen und seinen Mandanten davor warnen. Den Anleger vor Schaden bewahren. Schützen.

Warum befassen wir uns damit?

Weil wir immer wieder damit konfrontiert werden. Wenn hier an der Costa Blanca eine Kapitalanlage angeboten wird, erfahren wir davon. Entweder aus der Zeitung oder von Anlegern oder Interessenten. Wir werden gefragt, was wir davon halten oder, ob wir auch „so etwas Tolles" anbieten können. Da es für jede seriöse Kapitalanlage öffentlich zugängliches Informationsmaterial gibt, versuchen wir, uns dieses zu beschaffen, um es dann zu prüfen und zu beurteilen. Die meisten Anbieter von Kapitalanlagen freuen sich darüber, denn wir suchen ja auch für unsere Kunden ständig nach guten Offerten. Wenn wir etwas herausgefunden haben und wir die Sache für bedeutend halten, äußern wir uns dazu. Positiv oder negativ. Im Dialog mit unseren Kunden und Interessenten und auch öffentlich.

Was qualifiziert uns dazu?

Ich, Harald Wolff, Geschäftsführer der Sol&Haben S.L., bin gelernter Bankkaufmann. Seit Abschluss meiner gründlichen Ausbildung bei einer Sparkasse im Jahr 1972 befasse ich mich ununterbrochen mit Finanzthemen. Seit 1977 bin ich selbständig im Finanz- und Immobiliengeschäft. Anfang der neunziger Jahre wurde ich als Referent zu einer Schulungsreihe für Vermögensberater eingeladen. Aus dem Kreis der Schulungsteilnehmer wurden mir fortan immer wieder die verschiedensten Kapitalanlagen zur Beurteilung vorgelegt. Daraus entwickelte sich ein umfassendes Wissen über Merkmale und Erscheinungsformen zweifelhafter Anlageofferten. Dies vertiefte ich durch Kontakte und Wissensaustausch mit Kriminalpolizei und anerkannten Experten wie Dr. Glinig, dem Autor des Standardwerks „Der internationale Finanzbetrug". Seit etwa 1995 halte ich Vorträge zur Erkennung von und Schutzmaßnahmen gegen Anlagebetrug und veröffentliche Artikel dazu. Bundesweite Anfragen erreichten mich seit etwa 1998 als Autor eines Ratgebers zur Altersvorsorge, der im renommierten Verlag C.H. Beck, München, erschienen war, und, nachdem ich als Studiogast bei n-tv Geld Fragen zur Altersvorsorge beantwortet hatte. Seit 2000 bin ich an der Costa Blanca tätig und begegne hier alt bekannten und neuen Betrugsmaschen oder auch einfach nur unsinnigen oder dilettantisch gemachten Kapitalanlagen. Dazu äußere ich mich.

Seit 2007 arbeite ich darüber hinaus eng mit der Juristin Janette Vehse zusammen, die sich als Geschäftsführerin der Soluciones Europeas S.L. in Kooperation mit einem Netzwerk von Rechtsanwälten und Steuerexperten, mit den rechtlichen und steuerlichen Angelegenheiten deutschsprachiger Personen in Spanien befasst.

Wettbewerbsschelte?

Firmen oder Personen, die sich mit dem Vertrieb von Kapitalanlagen befassen, die wir als unseriös oder untauglich befinden, sind in der Regel nicht begeistert und empfinden unsere Tätigkeit als Einmischung und Behinderung. Man unterstellt uns dann gern, Wettbewerber ausbremsen zu wollen. Was für Wettbewerber? Wir bieten keine eigenen Kapitalanlagen an. Wir beurteilen die Angebote, die wir am Markt vorfinden und sprechen Empfehlungen aus. In dieser Tätigkeit kennen wir keinen Wettbewerber an der Costa Blanca. In Wettbewerb zueinander stehen Emissionshäuser, Fondsgesellschaften und Banken. Wir wählen daraus Empfehlungen aus. Seit wir hier tätig sind, haben wir die Kooperation mit 8 Banken in Spanien, Deutschland, Österreich und der Schweiz empfohlen, Investmentfonds von über 20 verschiedenen Kapitalanlagegesellschaften vermittelt und mehr als 130 verschiedene Beteiligungsprodukte von mehr als 15 Emissionshäusern für unsere Anleger ausgewählt. Mit einer Vielzahl von Kollegen mit ähnlicher Tätigkeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen wir darüber hinaus in regelmäßigem oder gelegentlichem Informations- und Gedankenaustausch.

Wen stört Anlegerschutz?

Ja, wer fühlt sich dadurch gestört, dass wir Kapitalanlagen auf den Grund gehen? Anleger? Nein, regelmäßig sind es die Urheber oder Vermittler obskurer Produkte, denen das Tageslicht, dem wir sie aussetzen, nicht bekommt. Wer sich nicht für unsere Meinung interessiert, der muss sie ja nicht lesen. Wer allerdings vor einer Anlageentscheidung steht, ist eher dankbar für unsere Analysen, und sei es als zweite Meinung. Anleger, die unsere Kunden geworden sind, stören sich jedenfalls nicht an unserer Aufklärungsarbeit. Und auf die kommt es uns an.

Ahnungslosigkeit ist keine Beratertugend

Haben Sie schon einmal ein Inserat gesehen „Anatomisch Interessierte Leute zur Einarbeitung als Chirurg gesucht"? Eher selten, oder? In der Finanzbranche sind entsprechende Stellenangebote häufig zu finden. Nichts gegen Friseure, Köche oder Angehörige anderer ehrenwerter Berufe, deren Leistungen ich gern in Anspruch nehme. Nur wenn diese nach einigen Wochenendkursen glauben, Finanzanlageexperten zu sein, oder von ihren Einweisern diesen Glauben vermittelt bekommen, gibt es immer wieder Probleme. Wie viele Unsinnsprodukte werden täglich von Schnellkurs"beratern" verkauft? Produkte, die sie selbst nicht beurteilen können. Die teilweise nicht einmal von ihren Urhebern verstanden werden. Stellen Sie sich das Gemetzel vor, wenn Chirurgen so ahnungslos wären wie manche „Finanzexperten".

Anlagebetrug ist übelste Kriminalität

Es ist natürlich zu unterscheiden zwischen ahnungslosen Beratern, die in gutem Glauben Schaden anrichten, und solchen, die sich bewusst und vorsätzlich am Vermögen anderer rechtswidrig bereichern. Schlimm genug und in den Folgen häufig identisch. Wer jedoch absichtlich andere Leute um ihre Ersparnisse bringt, ist einfach ein schäbiger Lump! Punkt!

Mir haben Leute gegenübergesessen, die alle Lebensfreude verloren haben, die vor Kummer zusammengefallen, geradezu „verkümmert" sind. Auch Hinterbliebene von Menschen, die an den Folgen solcher Taten zu Grunde gegangen sind. Das waren nicht immer Gierige und Unersättliche! Das waren Menschen, die anderen vertraut hatten. Die vielleicht ihre Rente aufbessern wollten, indem sie ihr Häuschen beliehen. Die ihr Vermögen sicher anlegen wollten, um einen ruhigen Lebensabend zu verbringen. Die manchmal alles verloren haben und nun von der Grundsicherung leben müssen. Deren Lebensträume zerstört wurden. Wer Menschen so etwas antut, verdient weder Sympathie noch Rücksicht.

Wir werden weiterhin unser Wissen und unsere Erfahrung einsetzen, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Und werden uns weiter dazu äußern! Davon lassen wir uns weder durch üble Nachrede noch durch Drohungen abbringen.


Schneeballsysteme, einfach und effizient

Montag, den 21. September 2009 um 09:20 Uhr

Schneeballsysteme, einfach und effizient

Der schnelle Weg zu fremdem Geld

Als Schauspielerin war Adele Spitzeder nicht so erfolgreich, dass sie ihren aufwändigen Lebensstil davon hätte finanzieren können. Aber sie verfügte über eine gute Erziehung und ein überzeugendes Auftreten. Zusammen mit einem gewissen schauspielerischen Talent hatte sie also das Handwerkszeug, mit dem sich im Leben viel erreichen lässt. Als sie wieder einmal völlig ohne Geld dastand, kam sie auf eine ebenso einfache wie geniale Idee: Sie bot einem Zimmermann aus ihrem Bekanntenkreis an, bei ihr 100 Gulden Kapital anzulegen. Dafür sollte er monatlich 10% an Zinsen bekommen. Ganz generös bezahlte sie die Zinsen gleich für 2 Monate im Voraus. Der Zimmermann war von diesem lukrativen Geschäft so begeistert, dass er nicht nur einwilligte, sondern auch seinen Freunden und Bekannten von dieser tollen Gelegenheit vorschwärmte. In der Folgezeit wurde Adele Spitzeder mit Geld geradezu überschwemmt. Landwirte verkauften ihre Höfe, um von den Zinsen gut zu leben. Spitzeder gründete eine Bank in München, die im Volksmund nach der Straße, in der sie sich befand, „Dachauer Bank" genannt wurde. Mit dem hereinströmenden Geld tat sie nichts weiter, als die „Zinsen" der vorherigen „Anleger" zu bezahlen. Eine Buchhaltung gab es nicht. Es blieb natürlich reichlich Geld übrig, um selbst nun endlich angemessen auftreten zu können. Inklusive großzügigem Stadtpalais nahe der Münchener Residenz. Zur Volksheldin wurde sie allerdings durch ihre Wohltätigkeit. Sie gründete unter anderem die erste Münchener Suppenküche zur Armenspeisung. Adele Spitzeder war ganz oben. Sie kam allerdings schnell wieder herunter, als eine Gruppe von Anlegern, misstrauisch geworden, das Kapital zurückverlangte. Das ging natürlich nicht. Das Schneeballsystem platzte, die Bank ging mit 8 Millionen Gulden Verbindlichkeiten pleite und Frau Spitzeder tauschte das vornehme Stadtpalais mit einem soliden Gefängniszimmer. Geschehen 1873.
Adele Spitzeder ist heute eine geschichtliche Figur, schillernd und, nach so langer Zeit, fast sympathisch. In Büchern, Theaterstücken und sogar im Film wurden ihr Denkmäler gesetzt. Die vielen Menschen, die ihretwegen die Existenz verloren und sich sogar aus Verzweiflung das Leben genommen hatten, sind vergessen.

Charles Ponzi, aktiv in den frühen 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts in den USA, ist Namenspate für das nach ihm benannte „Ponzi Scheme". Das ist die gebräuchliche angelsächsische Bezeichnung für ein betrügerisches Schneeballsystem. Seine Geschäftsgrundlage war eine einfache Idee, mit der er seine Anleger überzeugen konnte: Er gab vor, die Preisdifferenz internationaler Postantwortscheine zu nutzen, um Gewinn zu machen. In USA bekam man solch einen Schein, der als Rückporto bei Postsendungen zwischen verschiedenen Währungsgebieten benutzt wurde, für 6 Cent. Bedingt durch den Verfall der europäischen Währungen nach dem ersten Weltkrieg musste man in Europa 20 Cent dafür zahlen. Ponzi kaufte also die Scheine in USA und verkaufte sie in Europa. Sagte er. Einwänden, dass der Handel damit gesetzlich nicht möglich sei, begegnete er mit der Behauptung, er habe einen Weg gefunden und die Details seien eben sein Geschäftsgeheimnis. Um das in großem Stil machen zu können, nahm er Geld von Anlegern entgegen. Das klang sinnvoll und lockte Investoren in hellen Scharen an. Die Konditionen waren ja auch verlockend: Wer 10.000 Dollar gab, erhielt ein Zertifikat, auf dem sich Ponzi verpflichtete, nach 90 Tagen 15.000 Dollar zurückzuzahlen. Bis zu 15 Millionen Dollar sammelte er in kurzer Zeit von rund 40.000 Kunden ein, bis die Medien aufmerksam und erste Anleger misstrauisch wurden. Jemand rechnete nach, dass Ponzi für das eingesammelte Geld rund 160 Millionen Postantwortscheine hätte kaufen müssen. Im Umlauf befanden sich aber insgesamt nur 27.000. Das System platzte und die Polizei konnte gerade noch 1,5 Millionen Dollar sicherstellen. Ponzi wurde verurteilt und versuchte nach seiner Haftentlassung erneut einen Betrug mit einem Schneeballsystem. Diesmal mit unbrauchbaren Grundstücken in Florida. Auch dieser Schwindel flog auf und er verschwand für weitere 7 Jahre hinter Gittern. Danach wurde er aus den USA in sein Heimatland Italien abgeschoben, wo er als Held verehrt wurde. Auch er hatte unzählige Existenzen vernichtet und etliche Selbstmorde zu verantworten.

Ein übles Verbrechen

Auch wenn manche Betrüger insgeheim augenzwinkernd für ihre Kreativität, ihre Dreistigkeit und ihren „Erfolg" bewundert werden, ist Kapitalanlagebetrug im wahrsten Sinne des Wortes ein Kapitalverbrechen. Anständige Menschen verlieren ihre Altersversorgung, ihre Lebensgrundlage, ihre Gesundheit, manchmal sogar den Lebensmut und schließlich das Leben. Es ist nicht immer blinde Gier, die Menschen in die Falle tappen lässt. Meist ist es Arglosigkeit und Vertrauen. Wer sich in das Vertrauen von arglosen Menschen einschleicht, um diese dann hinterhältig und skrupellos auszuplündern, ist ein Lump, der keine Nachsicht verdient. Ein Skandal, dass die Justiz davor immer noch weitgehend die Augen verschließt. Umso wichtiger ist die Aufklärung durch die Medien.

Eine Masche, die immer modern ist

Bis heute funktionieren auch großangelegte Betrügereien nach dem einfachen Prinzip, das sich die vorgestellten „Pioniere" der Betrugsbranche zunutze gemacht hatten. Bereits der erste „Anleger" finanziert das Wachstum des Systems. Seine ersten „Erträge" bekommt er von seinem eigenen Geld und weiter von den Einlagen der neuen Geldgeber. Der Betrüger glänzt mit einer guten Bankauskunft und kann sehr schnell Referenzen vorstellen. Schließlich zahlt er ja gut und pünktlich. Wenn er dann jahrelang immer schön pünktlich bezahlt hat, ist er über jeden Zweifel erhaben. Wie Bernard Madoff, dem viele Jahre lang nicht einmal eine detaillierte Anzeige bei der US-Aufsichtsbehörde SEC etwas anhaben konnte. Einen reichen Wohltäter und Mäzen stellt man eben nicht in Frage. Klarsichtige Kritiker werden als Neider oder erfolglose Konkurrenten diffamiert, die sich am „Erfolg" der Lichtgestalt stören. Solch ein System kann über viele Jahre funktionieren bis eine Störung eintritt. Vielleicht ist das Neukundenpotential erschöpft, eine Krise oder wachsendes Misstrauen führt dazu, dass immer mehr Anleger ihr Geld zurückverlangen. Dann kann oder will der Betrüger nicht mehr zahlen und macht sich aus dem Staub. Oder versucht es jedenfalls.

Der Betrüger verkauft die heile Welt

Das große Erfolgsgeheimnis erfolgreicher Betrüger ist ihre unbestreitbare soziale Kompetenz. Sie sind angenehme Gesellschafter und gute Geschichtenerzähler. Eine gute „Story" ist schließlich ihre Geschäftsgrundlage. Und anders als bei ernsthaften Beratern, die über alle nur denkbaren Risiken aufklären müssen, gibt es bei ihnen keine nennenswerten Risiken. Weil der Kunde das Geschäft, aus dem der Ertrag letztlich kommen muss, nicht im Detail versteht, gibt er sich mit Oberflächlichkeiten zufrieden. Gute Atmosphäre, heile Welt, vielleicht eine kurzweilige Besichtigungsreise, eine exklusive Clubzugehörigkeit - ein Interessent, der sich wohl und wichtig genommen fühlt, unterschreibt leichter. Vertrackt daran ist, dass auch seriöse Vermittler und Verkäufer sich derselben Mittel bedienen (müssen). Wie also erkennt man den Unterschied?

Hier einige Grundsätze, wie man die Spreu vom Weizen trennt:

1. „Dracula" - Der Fürst der Finsternis

Sobald ein unseriöses Angebot dem Tageslicht ausgesetzt ist, zerfällt es zu Staub. Zu seriösen Kapitalanlagen gibt es immer (!) einen Prospekt, der das angebotene Geschäft detailliert beschreibt, der alle Beteiligten natürlichen und juristischen Personen mit ihrer Funktion, Anschrift, Registerdaten, Beteiligungs- und Abhängigkeitsverhältnissen nachvollziehbar enthält. Auch, wenn Sie als Anlageinteressent nicht so tief einsteigen wollen oder können. Mit einem ordentlichen Prospekt können Sie Ihre Anlage jederzeit unabhängig überprüfen lassen und im Notfall Ihre Partner darauf „festnageln". Wenn Ihr Berater einen solchen Prospekt nicht oder „erst nach Kapitalnachweis" aushändigen will, Finger weg! Manchmal sollen Sie sogar Geheimhaltungsklauseln unterschreiben. Dann wundern Sie sich nicht, wenn der Verbleib Ihres Vermögens auch vor Ihnen geheim bleibt.

2. Vorsicht vor „lustlosen" oder inkompetenten Beratern!

Dem Autor sind mehrere Fälle begegnet, in denen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte und Bankangestellte geradezu himmelschreiend unseriöse Angebote einfach durchgewinkt haben. In einem aktuellen Fall an der Costa Blanca steht ein Rentnerehepaar durch einen dreisten Trick kurz davor, ohne nennenswerte Gegenleistung das Haus zu verlieren. Um sich abzusichern hatten die alten Leute das Angebot einem bekannten Steuerberater in Denia und dem Bankdirektor „ihrer Hausbank" vorgelegt. Beide fanden nichts an dem wirklich haarsträubenden Angebot auszusetzen. Eine Kapitalanlage prüft man nicht „mal eben so im Vorbeigehen". Ein unseriöses Angebot ist für den echten Fachmann manchmal auf den ersten Blick zu erkennen, meist innerhalb weniger Minuten. Einem Angebot Seriosität zu bescheinigen, erfordert mehr Mühe. Stunden, manchmal Tage oder, wenn weitere Recherchen nötig sind, sogar Wochen und Monate. Lassen Sie sich eine Expertise lieber schriftlich geben, damit Sie sicher sein können, dass der Experte sich wirklich damit beschäftigt hat.

3. „Rumpelstilzchen" - „ach wie gut, dass niemand weiß ..."

Ein seriöser Partner sagt Ihnen vor Abschluss unmissverständlich, wer er ist und in wessen Auftrag er arbeitet. Und belegt dies auf Wunsch. Ein Firmenschild ist schnell angebracht. Wir erleben immer wieder, dass sich unseriöse Anbieter ständig umbenennen oder mit einer „sauberen" Firma auftreten, die Kapitalanlage aber in eine andere, manchmal ähnlich klingende Gesellschaft fließt, die manchmal sogar außerhalb unseres bekannten Rechtssystems angesiedelt ist. Gern schmückt man sich auch mit fremden Federn und wirbt mit dem Namen oder Logo einer renommierten Firma, die, bei Licht betrachtet, nichts mit der Anlage zu tun hat.

4. „Hütchenspiel" - Wer hat das Geld?

Vielfach wird mit Treuhand- oder Notarkonten geworben, um eine sichere Abwicklung darzustellen. Das ist grundsätzlich auch gut so, sollte aber nicht dazu führen, dass Ihre Aufmerksamkeit nachlässt.
• Erste Frage: Wer ist der Treuhänder? Gibt es ihn und ist er, was er zu sein vorgibt? Lassen Sie sich die Kontaktdaten nicht vom Vermittler geben, sondern suchen Sie sich die Daten selbst heraus. Er könnte ja auch ein Strohmann sein.
• Zweite Frage: Welchen Auftrag hat der Treuhänder? Was muss er prüfen, bevor er das Geld herausgibt?
• Dritte Frage: Wie kommt das Geld zum Treuhänder? Wenn Sie das Geld nicht selbst an den Treuhänder weiterleiten, sondern dem Vermittler geben, damit der das Geld weiterleitet, können Sie sich den Treuhänder gleich sparen.

5. Womit wird der Ertrag verdient?

Auch, wenn Sie das Geschäft nicht verstehen, gibt es doch einige logische Überprüfungen. Beispiel: Von Ihrem Geld soll ein Grundstück gekauft und bebaut werden. Das fertige Objekt soll dann mit Gewinn verkauft werden. Ihr Partner verspricht Ihnen eine zweistellige Rendite, die ab dem ersten Monat ausgezahlt werden soll. Wie soll das gehen? Nur von Ihrem eigenen Geld! Und womit wird dann gebaut? Anders bei fertigen, vermieteten Objekten. Da gibt es Eigentumsnachweise und Mietverträge.

6. Garantien

Mit Garantien soll vielfach die Aufmerksamkeit des Anlegers eingelullt werden. Nur, wer ist der Garantiegeber? Weiß der davon? Unter welchen Umständen greift die Garantie? Ein Anbieter pries eine „notariell garantierte Rendite von 12 Prozent" an. Glauben Sie, dass ein Notar, der noch bei Verstand ist, solch eine Garantie abgibt? Oder dass es eine ernstzunehmende Versicherungsgesellschaft gibt, die Kapital und 12 Prozent Rendite versichert?

7. Rechtsstellung des Anlegers

Welcher Art ist das Recht, das Sie mit Ihrer Kapitalanlage erwerben? Geben Sie ein Darlehen und erwerben Sie einen Zins- und Rückzahlungsanspruch? Werden Sie Mitunternehmer, typisch oder atypisch still Beteiligter? Ist Ihr Ertrag und die Rückzahlung des Kapitals von geschäftlichem Erfolg oder gar von Glück abhängig? Mal kommt es auf die Bonität dessen an, der Ihr Geld bekommt, mal auf die Tüchtigkeit, auf äußere Einflüsse oder das Aufgehen eines Geschäftskonzepts. Ein seriöser Anbieter wird dazu ausführliche Informationen zur Verfügung stellen.

8. Die „perfekte Kapitalanlage"

Fast jeder wünscht sich die Kapitalanlage, die maximal sicher ist, höchst rentabel und jederzeit verfügbar. Dieser Wunsch ist nicht ganz leicht zu erfüllen. Letztlich ist eine Kapitalanlage, die diese Wünsche weitgehend erfüllt, immer ein Kompromiss, entweder mit Schwerpunkt auf die eine oder andere Eigenschaft. Oder ein Konzept, das mehrere Kapitalanlagen sinnvoll kombiniert. Viele Anbieter, auch vermeintlich seriöse Institute, verpacken ihre Produkte jedoch so hübsch, dass die Kunden sie kaufen, ohne wirklich zu wissen, was sich dahinter verbirgt. Also ist es wichtig, die Verpackung zu lupfen und hineinzuschauen. Glauben Sie, dass hunderttausende von Anlegern Lehman-Zertifikate gekauft hätten, wenn sie gewusst hätten, was das wirklich ist? Ganz leicht hat es auch hier wieder der Betrüger. Er kann leichten Herzens das Blaue vom Himmel versprechen. Er muss es ja nicht halten. Ein paar Monate oder Jahre Vorsprung reichen ihm.

9. Der klarsichtige und ehrliche Berater zerstört Illusionen

Er trübt das heile Weltbild mit Risikodarstellungen, Abwägungen, Unbequemlichkeiten. Er macht es sich und Ihnen nicht leicht. Schließlich geht es um Ihr Vermögen. Das bringt ihn gegenüber dem Betrüger, der weder Risiken noch Probleme kennt, in den Nachteil. Aber - wollen Sie lieber dem Spitzenverkäufer gegenübersitzen, oder jemandem, der Ihre Bedürfnisse ernstnimmt?

10. Holen Sie ruhig eine zweite Meinung ein

Aber achten Sie darauf, dass der Berater ihre Belange ernstnimmt. Weder zu oberflächlich ist, noch einfach das zu prüfende Angebot einfach vom Tisch wischt und seine eigenen Angebote aus der Schublade holt. Es gibt viele Wege zum selben Ziel und auch gute Produkte. Ein guter Berater akzeptiert das.


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Anlegerschutz mit Langzeitwirkung

Mittwoch, den 29. Juli 2009 um 14:50 Uhr

Anlegerschutz mit Langzeitwirkung

Aust-Geschädigte wird im Internet auf „aktuell" von 2003 aufmerksam

Vor einigen Wochen meldete sich eine Dame aus Deutschland bei uns. Ob wir Informationen über einen Herrn Hans-Georg Aust hätten. Oder auch Georg Friedrich Aust. Oder eine Firma Jalon Consult. Oder ParkLane Invest. Oder Vall de Gallinera S.A. Sie sei im Internet auf unsere (vernichtende) Beurteilung eines Angebots aus diesem Kreis gestoßen.

Wir hatten uns unter anderem in unserem aktuell Nr. 3 vom Juni 2003 mit einem abenteuerlichen Angebot dieses windigen Geldvernichters befasst.

Sie selbst habe Aust vertraut und ihm bzw. seiner Vermögensverwaltung ITZ in Zürich in den Jahren 1999 und 2000 mehr als eine halbe Million Euro anvertraut. Dieses Geld sei in den Folgejahren zwischen verschiedenen Firmen von Aust bis hin zu einer angeblichen Bank auf den British Virgin Islands (BVI) in der Karibik verschoben worden. Dabei sei das Geld der Anlegerin nicht nur in verschiedene Tochterfirmen der ITZ, sondern auch in die Jalon Consult geflossen. Ein Teil soll auch mit dem „Shepherds Select Fonds", den wir ja schon von Peter Messerschmidt und seinem Costa Blanca Adlatus Peter Müller kennen, untergegangen sein. Schließlich nutzte Aust die weltweite Finanzkrise als willkommene Entschuldigung, um der Anlegerin 2008 mitzuteilen, dass ihr gesamtes Kapital verloren sei.

Mittlerweile liegt uns der umfangreiche Entwurf einer Strafanzeige gegen Hans Georg Aust vor. Details sparen wir uns, um die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht zu stören.

Wir selbst hatten seit dem Desaster mit dem Vall de Gallinera nicht mehr viel von Aust gehört. Mal bot er Appartements zum Kauf an und illustrierte das Angebot irreführend mit Modellfotos seines gescheiterten Projekts „Paraiso Lliber". Dann bekam ich mal eine E-Mail aus Esoterikkreisen, mit der, sehr sentimental, Geld eingesammelt werden sollte für Kinder in Afrika. Alles sehr blumig und menschenfreundlich dargestellt. Bis ich entdeckte, dass die Familie Aust involviert war. Hans Georg Aust ausgerechnet als Schatzmeister. Schade, klang nach einem guten Zweck. Aber nicht mit solchen Leuten!

Aktuell will er Bio-Bauer werden. Er preist auf verschiedenen Wegen, auch über Xing ein Projekt für ökologische Landwirtschaft in Lliber an. Dafür sucht er Partner. Offenbar auf dem Gelände, das für das gescheiterte 5-Sterne-Hotelprojekt vorgesehen war. Eins muss man ihm lassen: Phantasie hat er! Und Überzeugungskraft!

Eins habe ich noch nicht herausgefunden: Ob er wohl derselbe Hans Georg Aust ist, der 1969 wegen großangelegten Betrugs in Florida verhaftet wurde. Würde mich nicht wundern.


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Das nächste Modell geplatzt

Mittwoch, den 29. Juli 2009 um 11:28 Uhr

Das nächste Modell geplatzt

Eine weitere Kundin von Peter Müller muss zahlen statt Rente zu kassieren


erst am 3. Juni 2009 hatte ich in meinem Blogbeitrag "Kapital weg und Renditetraum geplatzt" das Schicksal eines Kunden von Peter Müller geschildert. Jetzt ist eine weitere Kundin dran.

Das gleiche Muster: Geld angelegt, um Rente zu bekommen. Für dieses Geld und Kredit Zweitmarktversicherungen gekauft. Nie Rente bekommen. Jetzt droht der Kredit den Wert der Versicherungen zu übersteigen (auf deutsch: das Eigenkapital ist verbraucht) und die Bank zieht die Notbremse: Wenn Sie nicht bis zum ... 8.000 GBP einzahlen, verkaufen wir die Policen und lösen den Kredit ab. Dann wären die Schlussboni, die erst in einigen Jahren fällig sind, verloren.

Immerhin konnten wir für die Kundin, die kein Englisch spricht, mit der irischen Bank verhandeln und erreichen, dass sie in Raten zahlen kann und damit vielleicht doch noch etwas rettet.
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Kapital weg

Mittwoch, den 03. Juni 2009 um 11:54 Uhr

Kapital weg und Renditetraum geplatzt

Statt schöne Rente zu kassieren, saftig draufgezahlt

Leider kam er zu spät zu uns, der Kunde, dem Peter Müller, der Ex-Adlatus von Peter Messerschmidt, den Traum von der Rente verkauft hatte. Wir konnten nur noch helfen, indem wir ihm die Briefe der Bank übersetzten. Sein "Berater", der ihm die britischen Lebensversicherungen nebst Bankfinanzierung verkauft hatte, kann nämlich kein Englisch. Trotzdem versprach der Blindverkäufer eine schöne regelmäßige Rente aus der "pfiffigen" Kapitalanlage. Es sollte ganz einfach sein: Der Kunde gibt Geld, hier 100.000 Schweizer Franken. Dafür gibt es zusätzlich einen Kredit in Britischen Pfund von der Bank und für beides zusammen werden britische Lebensversicherungspolicen gekauft. Wenn nun der Wert der Policen steigt, würde die Bank weiteren Kredit gewähren und daraus eine "Rente" zahlen. Tolle Idee, hat aber nicht geklappt! "Rente" wurde nie gezahlt. Stattdessen stieg der Schuldsaldo ständig weiter an. Zinsen, Zinseszinsen und die weiteren Prämien für die Versicherungspolicen summierten sich zu einem stattlichen Schuldsaldo. Gleichzeitig stieg über die Jahre (seit 2001) der Rückkaufswert der Vericherungen, jedoch nie so weit, dass ein Überschuss hätte entnommen werden können. Der Kunde fand sich zähneknirschend damit ab, seine 100.000 SFR langfristig ohne Rente festgelegt zu haben. Er tröstete sich damit, dass schließlich, beginnend 2013, die einzelnen Policen nacheinander fällig würden und ihm dann mit den Schlussboni ein Überschuss nach Rückzahlung des Kredits bleiben würde. Immerhin!

Geld her oder wir schließen!

Hätte klappen können. Hat aber nicht! Finanz- und Wirtschaftskrise haben auch die Kapitalanlagen der Versicherungsgesellschaften angegriffen. Von Bonuszahlungen im früheren Umfang war keine Rede mehr. Also auch nicht von der Steigerung der Rückkaufswerte. Zuverlässig stieg lediglich der Schuldsaldo. Bis die Bank jetzt die Notbremse zog. "Wenn Sie nicht bis 15.06.2009 13.000 Pfund einzahlen, lösen wir die Anlagen auf und holen uns damit den Kredit zurück." Oscarwürdiger Rat von Peter Müller: Lösen Sie doch eine Police auf und zahlen davon die 13.000 Pfund!" Der Witzbold hat nicht einmal wahrgenommen, dass dann am anderen Ende genau dieser Betrag an Sicherheit fehlt, also nichts erreicht wäre. Solche Berater braucht die Welt! Einzige Möglichkeit: Der Kunde zahlt die 13.000 Euro aus eigener Tasche zusätzlich ein, wartet auf den Ablauf der ersten Policen und hofft auf die Schlussboni. Wenn er das Geld denn hat. Oder er verliert sein eingesetztes Kapital endgültig.

Keine Rente, kein Kapital! Alles Müller - oder was?

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Anlagebetrug xte Auflage

Donnerstag, den 28. Mai 2009 um 16:10 Uhr

Es ist zum Mäusemelken ...!

Ungehörte und ungelesene Warnungen kosten nicht nur ein Vermögen

Nein, aufdrängen wollen wir unsere Meinung nicht! Trotzdem wenden wir viel Mühe und Geld auf, um Informationen zu verbreiten, die für uns selbstverständlich sind. Die aber offenbar doch so wenig Beachtung finden, dass Bauernfänger, Betrüger, Ahnungslose und ihre Helfer und Mittäter immer wieder reiche Beute machen. Dabei werden nicht nur Lebensträume und Existenzgrundlagen gefährdet oder gar gestört, sondern mit dem Vermögen nicht selten auch die Gesundheit der Opfer ruiniert. Finanzbetrug ist in meinen Augen im wahrsten Sinne ein Kapitalverbrechen. Ein Verbrechen, mit dessen Verfolgung sich die Justiz sehr schwertut, wenn sie nicht sogar gänzlich uninteressiert ist.

Warum wir die Augen nicht verschließen können

Wir haben uns unter deutschsprachigen Kapitalanlegern in Spanien mit viel Arbeit, gelebter Zuverlässigkeit und nachgewiesenen Anlageerfolgen einen guten Namen gemacht. Da bleibt es nicht aus, dass wir nach unserer Meinung gefragt werden, wenn es um Kapitalanlagen geht. Wir reden dann nicht einfach so daher, sondern prüfen das, was uns vorliegt, sorgfältig. Das hatte ich schon viele Jahre zuvor auch in Deutschland so gemacht. Auch dort war meine Meinung gefragt. Standorte wie die Costa Blanca oder Mallorca sind aus Sicht der deutschsprachigen Bewohner mit sehr großflächigen Kleinstädten vergleichbar. Also ist anzunehmen, dass wir im Laufe der Jahre fast alles, was Anleger hier bewegt, gesehen, bzw. geprüft haben. Und uns dazu geäußert haben. Schon 2001, kurz nach Gründung der Sol&Haben S.L. in Denia, stellten wir fest, dass unseriöse Anbieter oder Betrüger hier mit den gleichen Tricks arbeiten, wie überall. Nur dreister und öffentlicher. Damals nahm ich das zum Anlaß, das Manuskript zu einem Vortrag über Anlagebetrug, den ich 1999 in München vor einem Mittelstandsforum gehalten hatte, mit einem für 2001 aktualisierten Vorwort neu zu veröffentlichen. Heute, knapp 10 Jahre nach dem Vortrag, müsste ich nicht viel ändern. Die alten Tricks ziehen immer noch! Hier und heute!

Schaden vermeiden können Sie auch, wenn Sie einen Blick in eine andere Veröffentlichung werfen, die ich 2002 schrieb. "Bauernfängerei und Kundenverdummung" Ich konnte es schon damals einfach nicht fassen, mit welcher Dreistigkeit den Menschen das sauer ersparte Vermögen abnommen wird. Lesen Sie mal nach, was ich damals über Derivate geschrieben hatte. Heute, 7 Jahre danach, kommen immer mehr Menschen zu uns, um Hilfe zu suchen. Hilfe bei Problemen, die sie nicht hätten, wenn unsere Warnungen sie erreicht hätten. Hätten! Wie gesagt, wir wollen uns nicht aufdrängen! Aber machmal ist es schon zum "Mäusemelken ..."
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