Schluss mit lustig bei der EU-Zinssteuer

Dienstag, den 29. Dezember 2009 um 13:07 Uhr

Schluss mit lustig bei der EU-Zinssteuer

Wir hatten Sie gewarnt - Jetzt ist es so weit!

Der Brief kam 2 Tage vor Weihnachten mit amtlicher Zustellungsurkunde. Absender: Agencia Tributaria, das spanische Finanzamt. Inhalt sinngemäß:

Aufgrund der Meldepflicht für Zinsen, die Residenten in Spanien in anderen EU-Staaten oder angeschlossenen Staaten erhalten, haben wir die Meldung über folgende Zinsen bekommen, die Sie außerhalb Spaniens kassiert haben ..... Es folgt eine Aufstellung der Zinsen, die deutsche Banken und Sparkassen seit Inkrafttreten der Gesetze am 1. Juli 2005 gemeldet haben.
Sie hätten diese in Ihrer Steuererklärung angeben müssen. Das haben Sie nicht getan. Trotzdem müssen Sie nun die entsprechende Erklärung nachholen. Sie haben dafür 15 Arbeitstage Zeit. Sonst gibt es Ärger!
(wie gesagt - sinngemäß) Dann werden die anwendbaren Gesetze aufgezählt. Das alles ohne Anrede und Gruß.

Die Empfänger des Briefs waren alarmiert. Sogar mehr als das, denn die Zahlen waren bedrohlich. In der Summe über 45.000 Euro. Sie sahen den Betrag und die 15 Tage und taten das richtige. Sie riefen bei uns an. Mit Panik in der Stimme. Kurz darauf trafen wir uns in unserem Büro. Schnell konnten wir klären, dass die Beträge nicht die geforderten Steuern meinten, sondern die Zinsen, auf die dann wohl 18% Steuern anfallen würden. Zuzüglich möglicher Straf- und Verspätungszuschläge. In den Beträgen war allerdings ein offenkundiger Fehler enthalten, denn die Zinssumme, die eine Sparkasse für ein Jahr gemeldet hatte, konnte nicht stimmen. Über 40.000 Euro zu viel! Auf unseren Rat hin haben die Kunden die entsprechenden Erträgnisaufstellungen bei ihren Banken angefordert. Diese liegen uns schon vor. Damit werden unsere Steuerexperten nun innerhalb der Frist die geforderten Steuererklärungen für die Kunden vorbereiten und alles wird gut.

Warum wir Ihnen das erzählen?
Immer noch glauben Ausländer, die in Spanien leben, Vermögen oder Zinserträge vor dem Fiskus verstecken zu können. Keine gute Idee!
Residenten in Spanien müssen ihre Zinsen in Spanien versteuern. Auch wenn sie in Deutschland vielleicht Abgeltungsteuer bezahlt haben. Nichtresidenten, die Geld in Spanien anlegen, müssen die Erträge im Heimatland versteuern. In Deutschland wäre das Verschweigen der Einkünfte Steuerhinterziehung und damit eine Straftat. Denken Sie an Al Capone. Der wurde nicht wegen seiner Morde, sondern wegen Steuerhinterziehung eingesperrt. Der Fiskus macht mobil. Nicht nur in Deutschland.

Wenn Sie Zweifel, Unsicherheiten oder Fragen haben, fragen Sie uns. Das wäre dann eine gute Idee!

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