Morgan-Treffen in Jungholz
Morgan-Treffen in Jungholz
Urlaub von der Krise - 130 Kult Roadster trafen sich in herrlicher Umgebung
Am letzten Juniwochenende 2009 war Jungholz einmal nicht hauptsächlich Bankplatz, sondern Parkplatz. Der Deutsche Morgan Club hatte eingeladen und um die 130 Morganeers kamen. Mit ihren Lieblingen. Morganeers nennen sich die Freunde der unverwechselbaren Roadster, die bis heute im Look der 30er Jahre gebaut werden. „Moggis" nennen sie liebevoll ihre Autos. Den unangefochtenen Weltrekord in Beständigkeit hält der Morgan 4/4. Dieses wunderschöne Auto wird seit 1936 produziert. Damals wie heute in solider Handarbeit und mit aktueller Technik. Heute umweltfreundlich in Schadstoffklasse 4 eingestuft und in der Umweltbilanz sogar besser als der Toyota Prius Hybrid. Das 13. Internationale Morgan Allgäu-Treffen fand im 100. Jahr der Marke Morgan statt. Zum 3. Mal war das Bankhaus Jungholz Sponsor des Events. International konnte man wirklich dazu sagen. Ich sah Nummernschilder aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und, natürlich aus England, dem Heimatland der Morgans. Die weiteste Anreise hatte wohl ein elfenbeinfarbenes Schmuckstück, dessen Fahrer es sich nicht nehmen ließ, direkt von der Costa Blanca anzureisen. Natürlich per Morgan auf der Straße!

Ich war einer Einladung des Bankhauses Jungholz gefolgt. Die besondere Gastfreundschaft der Kollegen werde ich so schnell nicht vergessen. Andreas Falger, der das Bankhaus Jungholz in Jungholz leitet und sein Kollege Thomas Krammer, Chef des Bankhauses Jungholz St. Gallen, hatten sichtlich Freude an der Präsentation „ihres" Dörfchens Jungholz mit der bodenständigen Bank, die nicht zuletzt dank ihrer Tüchtigkeit internationale Anerkennung bei Kunden und Testern findet. Während meine liebe Frau sich den Wellness-Wonnen im wunderschönen Hotel Jungbrunn im ebenfalls wunderschönen Tannheimer Tal hingab, wollte ich natürlich Morganluft schnuppern. Klaus Streil vom Bankhaus Jungholz brauchte „nur mit dem Finger zu schnippen" und schon hatte sich Michael, ein Morganeer aus Konstanz, meiner angenommen. In seinem klassischen Morgan Plus 4 konnte ich eine herrliche Fahrt genießen. Ein tolles Gefühl, mit solch einem Hingucker wirklich nur auf freundliche Leute zu treffen.

Die Organisatoren hatten als Höhepunkt des Programms eine Rundfahrt durch die schönsten Landschaften Tirols, des Allgäus und des bayerischen Pfaffenwinkels ausgearbeitet. An der Wieskirche konnte man bei einer Kaffeepause entspannen und dieses beeindruckende Weltkulturerbe besichtigen, in der Schlosswirtschaft Linderhof war ein zünftiges Mittagessen aus der Gulaschkanone vorbereitet. Anschließend blieb genug Zeit für die ebenfalls perfekt organisierte Schlossführung. Selbst an körperliche Ertüchtigung beim steilen Anstieg durch den Schlosspark zur Venusgrotte wurde gedacht. Spektakulär auch die Einfahrt nach Oberammergau. Die gesamte Innenstadt war abgesperrt. Unzählige Helfer, freiwillige Feuerwehr, ADAC und Polizei wiesen den Weg, winkten uns weiter und ließen uns komfortabel parken. Mit Blasmusik und vielen gutgelaunten Passanten wurde das Ereignis zum richtigen Volksfest. Auf dem Rückweg nach Jungholz füllten wir schnell noch den Fragebogen aus. Nicht nur Wissensfragen um das gemeinsame Hobby Morgan waren zu beantworten, sondern auch Fragen zu den besuchten Sehenswürdigkeiten, der Gegend und der Geschichte. Hätten Sie gewusst, dass das „Guet Jungholtz" im Jahr 1342 von dem Wertacher Hermann Häselin an den Tannheimer Heinz Lochpyler verkauft worden war? Damit war die Ursache für die heutige Situation als Österreichische Exklave in Deutschland entstanden. Kaum nehme ich an einem Morgan-Treffen teil, schon weiß ich sowas. Wer schließlich gewonnen hat? Keine Ahnung! Ist das wichtig? Das ganze Ereignis war ein Gewinn. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr. Hoffentlich werde ich wieder eingeladen.







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